Manche politischen Vorhaben brauchen Zeit, manche brauchen Mut und manche brauchen beides. Ein solches Vorhaben erfüllen wir heute. Als erstes Bundesland setzt Tirol das Recht auf Kinderbildung und Kinderbetreuung ab dem zweiten Geburtstag um.
Für mich hat dieser Weg in Finnland begonnen. Im Herbst 2023 bin ich gemeinsam mit einer Tiroler Delegation nach Finnland gereist. Ich wollte mir ansehen, wie ein Land Kinderbildung und Kinderbetreuung angeht, das uns in diesem Bereich einiges voraus hat. Diese Reise hat mich in meiner Überzeugung bestärkt: Frühe Bildung ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder und schafft gleichzeitig Freiheit und Sicherheit für die Eltern.
Danach war für mich klar: Wir müssen in Tirol unseren eigenen Weg gehen. Nicht alles kopieren, aber von anderen lernen. Im September 2023 haben wir unseren 10-Punkte-Plan beschlossen. Danach haben wir Schritt für Schritt daran gearbeitet, die notwendigen Plätze zu schaffen, die Gemeinden zu unterstützen, zusätzliches Personal zu gewinnen und mit der digitalen Anmeldeplattform FRIDA einen neuen Weg bei der Vermittlung von Betreuungsplätzen einzuschlagen. Heute wird aus unserem Versprechen Realität.
Das ist ein großer Erfolg für unser Land. Vor allem aber ist es ein Erfolg für die Familien in Tirol. Rund 11.600 Kindern wurde ein Betreuungsplatz zugeteilt oder vermittelt. Gleichzeitig übertreffen wir heuer erstmals die Barcelona-Ziele in der Kinderbetreuung.
Dass wir heute an diesem Punkt stehen, ist eine gemeinsame Leistung. Mein Dank gilt daher allen, die diesen Weg mit uns gegangen sind: unserem Koalitionspartner, unseren Gemeinden und privaten Institutionen, den Pädagoginnen und Pädagogen, den Assistenzkräften und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen. Vor der Landtagswahl 2022 hat uns das nicht jeder zugetraut.
Ich bin aber überzeugt: Die wichtigste Ressource ist das, was die Menschen in Tirol leisten. Das Wissen und Können der Tirolerinnen und Tiroler entscheidet darüber, ob wir erfolgreich sind. Deshalb beginnt unsere Wirtschaftspolitik nicht erst im Betrieb, sondern bei den Jüngsten. Das Recht auf Kinderbildung und Kinderbetreuung ist nicht nur Familienpolitik. Es ist eine Investition in die Zukunft, in Bildung, Wahlfreiheit und damit in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es ist die beste Vorbereitung auf alles, was noch kommt: Schule, Lehre oder Universität.
Wir sind noch nicht am Ende, aber auf einem guten Weg. Tirol soll Kinderland Nummer eins werden. Dafür arbeiten wir als Tiroler Volkspartei – für unsere Zukunft.